Wer anderen aus der Grube berichtet …

Ausgerechnet einen Tunnelbauer hat das Regierungspräsidium Stuttgart jüngst zum neuen Pressesprecher ernannt. Ein echter Druchbruch, der Ingenieur kennt sich schließlich mit bohrenden Fragen aus und hat in seiner bisherigen Funktion in Schwäbisch Gmünd sogar zwei Fäuste aufgeräumt, indem er Bud Spencer nass machte. Es handelt sich also keineswegs um einen Abbau an Fachkräften, wie flöze Zungen behaupten. Schließlich kennt sich keiner besser mit der Wetter-Vorhersage aus.

Den betroffenen Journalisten ist allerdings zu wünschen, dass sie nicht die Zeche zahlen und auf Berge von Fragen zu den zahllosen Stuttgart-21-Tunneln unterirdischen Auskünfte erhalten. Zu befürchten sind aber Statements, die aufquellen wie Anhydrit, wenn man die falsche Wortblase ansticht. So schauen Berichterstatter wie Leser in die Röhre. Dass etwas ans Licht kommt, wird denkbar unwahrscheinlich. Aber einen Trost gibt es: Bei den Pressekonferenzen, die meist untertags stattfinden, wird künftig Stollen gereicht.

Von Daniel Völpel