Was erzählt der Wasserzähler?

Von wegen ruhige Feiertage, viele Kommunen fordern ihre Bürger gerade jetzt: „Kundenselbstablesung der Wasserzähler 2012“ lautet die Devise, die Gemeindeverwaltungen zum Jahreswechsel ausgeben. Doch damit ist nicht gemeint, dass Kunde A beim Kunden B abliest, ob der Wasserzähler was erzählen kann. Selbst ist jeder Wassermann und auch die Wasserfrau in diesem Fall! Wer nach Erhalt der entsprechenden Mitteilungskarte sein Wasser zählt, darf dies aber keinesfalls nach der normalen Methode tun (ein Glas Wasser, zwei Gläser Wasser, […], eine Flasche Wasser, zwei Flaschen Wasser, […], eine Kiste Wasser, zwei Kisten Wasser…).

Nein! Das Wasser muss in Kubikmetern gemeldet werden. Diejenigen, die im Matheunterricht zu früh aufgewacht sind, wissen: Einen solchen Rauminhalt berechnet man mit drei Seiten. Deshalb muss jeder ablesende Kunde mit der Wasserwaage Höhe, Breite und Tiefe seines Wassers messen, die drei Werte multiplizieren und dieses Ergebnis dann höchstselbst melden, wobei die Hochwassermeldemarke zu beachten ist. Für schweres Wasser gibt es Mengenrabatt, es sei denn, es hat einen Wasserschaden. Wasser in den Beinen muss nicht angegeben werden, Kirschwasser wird separat veranlagt (Branntweinsteuer).

Wem das zu kompliziert ist, der schaut auf seine Wasseruhr. Aber pronto, sonst ist es ruckzuck sechs nach 2012! Denn am 6. Januar müssen die Werte abgelesen sein. Sonst kommen die Heiligen Drei Könige und schätzen den Verbrauch. Die lassen sich bekanntlich von den Sternen leiten, weshalb eine solch astronomische Wasserrechnung unbedingt zu vermeiden ist!

Von Daniel Völpel