Forscher wollen Existenz des Gutmenschen beweisen

Mit dem modernsten Forschungsschiff der Welt, der „Sonne“, wollen Deutsche Wissenschaftler vom kommenden Jahr an selbst in den unterirdischsten Abgründen nach einer bislang nur als Phantom beschriebenen Menschenart suchen. In den zurückliegenden Jahren hatten sich immer mehr angebliche Augenzeugen an Stammtischen, in Leserbriefen und in Alt-Herren-Kolumnen gemeldet, die berichteten, sogenannte Gutmenschen gesichtet zu haben.

Der Gutmensch gilt als fehlendes Bindeglied zwischen dem Homo Phobius und der Gattung des Schlechtmenschen, zudem bislang alle lebenden Humanoiden gezählt werden. Entstanden sein soll der Gutmensch im NS-Zeitalter in Mitteleuropa möglicherweise durch negative Selektion, da versucht wurde, alle Nicht-Schlechtmenschen physisch zu bekämpfen. Die angeblichen Augenzeugen hatten zwar immer wieder von eindeutigen Merkmalen berichtet, anhand denen sie die invasive Art erkannt haben wollen. Dazu zählen fehlende Egomanie, der Blick fürs Ganze und Handlungen über den eigenen Vorteil hinaus. Ein biologisch eindeutiges Unterscheidungsmerkmal zur Gattung des Schlechtmenschen konnte jedoch bislang nicht nachgewiesen werden.

Da sich viele Schlechtmenschen durch die möglicherweise eingeschleppte Art und deren höher entwickelte Moral in ihrer Existenz bedroht fühlen, sollen nun die Anstrengungen verstärkt werden, die Bioinvasoren zu identifizieren, um  Maßnahmen zu deren Abwehr zu ergreifen. Biologen vermuten, dass sich Gutmenschen vor allem im städtischen Umfeld wohlfühlen und die Siedlungsentwicklung der zurückliegenden Jahrzehnte zu deren Ausbreitung beigetragen haben könnte. Da insbesondere die Globalisierung und der weltweite Seehandel zur Verbreitung invasiver Spezies geführt haben, soll die „Sonne“ zunächst gezielt in Off-Shore-Windparks nach Gutmenschen suchen, da diese Habitate als besonders freundliches Lebensklima gelten.

Von Daniel Völpel