Starke Zähne

Der Naturschutzbund sucht in Brandenburg Biberbetreuer und Manager, um das Zusammenleben von Mensch und Nager zu koordinieren, erfahren wir aus der Märkischen Allgemeinen. Höchste Zeit, bieten sich damit endlich neue Tätigkeitsfelder nicht nur für Erzieherinnen, denen im Osten sowieso die Kinder fehlen. Krötentragen war gestern, der moderne Berufstätige managt einen Biber (lat. Castor fiber).

Renommierte Hochschulen haben bereits umgestellt und bieten einen viersemestrigen Aufbaustudiengang mit dem Abschluss MBA an: Master of Biber Administration. Das interdisziplinäre Curriculum umfasst Ingenieurkenntnisse (Deichbau), dentale Holzverarbeitung, Zähneputzen (Dentagard), Sport (nagen, abtauchen), Kochen (gedämpfter Biberschwanz), Castor-Tansporte, Anlegen von Labyrinthen (Obi), Biberlatein und Geschichte (mittelalterliche Biberburgen). Studierenden mit Vorkenntnissen kommt das Creditpointsystem zugute: Wer sich mit Dentagard die Zähne putzt oder Obi-Wans Stimme hört, erhält drei Punkte angerechnet, wer einen Castor blockiert oder den Biberpelz gelesen hat fünf und wer in Biber-Bettwäsche schläft sogar zehn.

Als Abschlussprüfung muss der Jungmanager eine Biberfamilie mit drei wasserscheuen Jungen und Holzschulden im fünfstelligen Bereich ein Jahr betreuen, ohne dass die Supernanny, Peter Zwegart oder das Technische Hilfswerk einschreiten. Als Zeichen ihrer Qualifikation erhalten die Biber-Manager eine Mütze aus Biberfell und werden ins Betreuer-Netzwerk aufgenommen, das BiberVZ. Dieses geriet zwar jüngst durch Lecks in Verruf, wehrt Holz-Hacker-Angriffe inzwischen aber mit Dämmen ab.

Von Daniel Völpel