Rauschgift als Altersvorsorge kaum noch rentabel

Neues Ungemach für Kleinanleger: Wer mit Aktien, Fonds oder Gold schlechte Erfahrungen gemacht hat und glaubte, sein Geld sei im Drogenhandel gut investiert, muss nun ebenfalls mit mickrigen Renditen rechnen. Das hat ein Forscherteam aus den USA und Kanada herausgefunden. Demnach sank der Preis für Heroin zwischen 1990 und 2007 in den USA um 81 Prozent, der für Cannabis sogar um 86 Prozent. Europäische Drogenhändler mussten in den letzten Jahren Preisrückgänge um bis zu 74 Prozent verkraften.

„Unsere Mitglieder laufen uns in Scharen davon“, beklagt auch der Verband der Beschaffungskriminellen in Deutschland in einer Stellungnahme. Lediglich bei den Buntmetalldieben verzeichnete der Arbeitgeberverband zuletzt noch Mitgliederzuwachs. Der Grund: „Als Anlagemöglichkeit bieten Schienen, Oberleitungen oder Transportboxen jetzt eine attraktive, renditestarke Alternative zu herkömmlichen illegalen Finanzprodukten“, wie der Börsenexperte Abe Zocker in Frankfurt erklärte.

Doch lohnt sich der Wechsel ins Metall tatsächlich? Nicht wenige Anlageexperten bezweifeln dies. Denn in ihrer Studie gewinnen die Forscher der Entwicklung auf dem Drogenmarkt auch positive Seiten ab: Die Qualität der angebotenen Betäubungsmittel habe sich in den vergangenen Jahren enorm verbessert. So erzielten in diesem Jahr mehr als 90 Prozent der Drogen im EuroLSD-Absturztest die Bestnote von fünf Sternen. Für die Anleger auf dem momentanen Horrortrip ist das zwar ein geringer Trost. Doch die Kurse für Koksanleihen, Opiumderivate, -destillate und Pott-Bonds mit Fix-Verzinsung verzeichneten zuletzt eine leichte Stabilisierung. Nur beim Mohn sehen die Börsianer weiter rot.

Der Preisverfall auf dem Drogenmarkt bringt insbesondere die exportorientierten Rauschgiftnationen zunehmend in Bedrängnis. In Mexiko liefern sich die Drogenhändler inzwischen eine Rabattschlacht. Schnäppchenjäger schlagen dort immer öfter zu: Wer etwa von Cannabis auf Heroin umsteigt, kann mit Preisnachlässen von 20 Prozent und mehr rechnen. Der Deutsche Opium-Bauernverband erneuerte angesichts der alarmierenden Zahlen seine Forderung nach mehr Subventionen für die betroffenen Landwirte. „Opium ist schließlich Opium fürs Volk“, sagte Verbandspräsident Volker Rausch in Berlin.

Von Daniel Völpel