Nächster Halt Mainz: NSA überwacht Bahnhof

Das Bahnchaos am Hauptbahnhof von Mainz hat ein überraschend schnelles Ende gefunden: Der US-Geheimdienst NSA wird den Zugverkehr künftig im Auftrag der Bahn auch offiziell überwachen, sodass die Sicherheit an den Bahnknotenpunkt wieder gewährleistet ist. Das teilten der Geheimdienstkoordinator der Bundesregierung, Kanzleramtsminister Ronald Pofalla (CIA) und Bahnvorstand Rüdiger Grube mit. Diese Lösung ermögliche, das Stellwerk Mainz mit nur noch einem einzigen Fahrdienstleiter zu betreiben, erklärte Grube. Denn gleichzeitig kontrollieren in der NSA-Zentrale in Fort Meat (US-Staat Merkelland) vier Agenten den kompleten Zugverkehr rund um die rheinland-pfälzische Landeshauptstadt. Im Notfall steuern diese das Stellwerk direkt von ihrem Computer aus.

Davon profitierten alle Seiten, so Pofalla: Die Bahn könne auf weiteres Personal verzichten. Die NSA könne für sich in Anspruch nehmen, mit ihrer Überwachung jeden Tag Dutzende Zugunglücke zu verhindern. Und die Bundesregierung wirke mit ihrem raschen Handeln bei diesem für Deutschland gravierenden Problem dem Eindruck entgegen, sie fahre immer noch im Schlafwagen durchs Land.

Nach Angaben Grubes verhandelt die Bahn bereits mit den Schlapphüten, um die Kooperation über Mainz hinaus auszubauen. So habe die NSA angeboten, dem ehemaligen Staatskonzern künftig die Daten aller Reisender zu übermitteln, die sich in sozialen Netzwerken, im Familienkreis oder unter der Dusche negativ über die Bahn äußern. „Ihnen werden wir dann gezielt Sitzplatzreservierungen auf defekten Sitzen oder in Waggons anbieten, die gar nicht angehängt sind“, sagte Grube. Im Gegenzug erklärte sich die Bahn bereit, weitere Stationen nach dem Vorbild des Berliner Hauptbahnhofs (Foto) mit Glasfassaden auszustatten, um den Satelliten eine bessere Sicht ins Innere zu ermöglichen.

bahnhof

Dies sei nötig, da die NSA derzeit prüfe, auch die Ansagen im Bahnhof zu übernehmen. Bis in vier Jahren, hofft Grube, sei man dann so weit, dass die Ticketautomaten und Reisezentren abgeschafft werden könnten. Dann werde jeder Kunde ohne Fahrkarte ein- und aussteigen, die Rechnung stelle der Geheimdienst zu. „Ein Gewinn an Komfort, den wir allein so nie bieten könnten“, sagte Grube.

Von Daniel Völpel