Kennzeichen Winne, Du

„Lieber Winne!“

So kennzeichnend vertraulich beginnt ein Bettelbrief, der kürzlich durch den Wahlkreis Vaihingen flatterte. Verfasst hat ihn der Grünen-Landtagsabgeordnete Markus Rösler an den baden-württembergischen Landesverkehrsminister Winfried Hermann (ähnlich grün). Darin bittet Rösler, den Wunsch vieler „Bürger für mehr Freiheit bei der Wahl der Autokennzeichen“ zu erfüllen. Zwar schreibt er, „dass es wichtigere Dinge als irgendwelche Autokennzeichen gibt“. Warum Rösler trotzdem zwei Seiten damit füllt, behält er aber für sich.

Um der unwichtigen Bitte Nachdruck zu verleihen, bemüht Rösler sogar den Grünen-Gründer und Patron der Autofahrer Friedrich II. von Preußen, in dessen Tradition er sich sieht: „Wir Grüne stehen für Aufklärung und Toleranz.“ Und: „Und stehen wir nicht auch für Minderheitenschutz?“ Fassen wir als preußisches Blog zusammen:

1. Autonomen wie Leonbergern und Vaihingern eigene Kennzeichen zu gewähren ist tolerant – weil es intolerant wäre, ihnen dieselben Schilder aufzudrücken, wie den womöglich ungewaschenen oder sonst wie linken Bürgern aus dem Rest des jeweiligen Landkreises.

2. Toleranz gegenüber eigenwilligen Autofahrern ist urgrüne Politik.

Die Antwort von „lieber Winne“ ist nicht bekannt. Was dessen Blutsbruder im Geiste, Winnetou, sagen würde, schon: „Du redest wie ein kleines Kind!“ Howgh!

Von Daniel Völpel