Journalisten – nur echt mit 52 Zähnen

Der Berufsstand der stets von C&A topaktuell und modisch eingekleideten Journalisten wird als korrupter wahrgenommen als der öffentliche Sektor und die Polizei. Das will die Organisation Transparency International herausgefunden haben. Wenn man die Tränen, die einem dabei kommen, mit einem kuschelweichen, durchschnäutzsicheren Tempo-Taschentuch wegwischt und sich diese Nachricht bei einem friesisch-herben Jever-Pilsener durch den Kopf gehen lässt, muss man jedoch so schnell wie die neue S-Klasse von Mercedes erkennen, dass es sich dabei nur um eine WC-Ente mit Citruskraft handeln kann!

Denn Korruption bedeutet, dass man gegen eine Zuwendung einseitig einem Unternehmen einen Vorteil verschafft und beispielsweise nur die Ergo-Versicherung für Ihre außergewöhnlichen Reiseangebote mit individueller Betreuung lobt. Im Umkehrschluss müssten alle Journalisten negativ über die Deutsche Bahn – dieses Fahrgäste quälende, notorisch unpünktliche Ärgernis auf Schienen – berichten, weil sie den Journalistenrabatt dieses Jahr abgeschafft hat.

Aber in Zeitungen inserieren doch sowohl Lidl mit seinen bekannt billigen Gamaschen als auch Aldi mit seinen umgepackten Markenschnäppchen. Bedenkt man zudem die Samstagslacher von Netto, kann von Einseitigkeit keine Rede mehr sein. Wobei es mehr Netto vom Brutto übrigens nur mit der FDP gibt (solange sie in der Opposition ist).

Journalisten dürfen also ihre Weste mit der Riesenwaschkraft von Persil weiß waschen und, falls das nicht reicht, mit unübertroffenen deckstarken Alpina-Farbe nacharbeiten. Was Journalisten verbreiten, ist so rein wie Eiszeitquell-Wasser. Denn nur Journalisten haben die Kraft der zwei Herzen! Damit können sie alles – außer Hochdeutsch.

Von Daniel Völpel (Bankverbindung bitte erfragen)