Ins neue Jahr mit einem Knall

weihnachten20090101_17

Es folgt die Neujahrsansprache des Kanzlers unter den Blogs: Weil Ordnungshüter die größten Partyhengste sind, freuen sie sich nicht nur wie Bolle, sondern wie Böller auf das heutige Silvester. „Schließlich soll das neue Jahr auch angemessen begrüßt werden“, teilt unter anderem das Ordnungsamt Hemmingen mit. Damit dessen Mitarbeiter um Mitternacht „Grüß Gott 2012!“ sagen können und nicht von Amts wegen für Ordnung sorgen müssen, geben sie vorab Verhaltensregeln für „pyrotechnische Gegenstände“ aus. Denn zum Neujahrsglück gibt es die Bundesanstalt für Materialforschung und -prüfung mit dem programmatischen Namen BAM, die Knallköpfen ihren Stempel aufdrückt. Nur diese dürfen entflammt werden, wie die etwa Polizeidirektion Ludwigsburg in ihrer Botschaft erklärt. Kein Mensch kann schließlich kontrollieren, ob illegale chinesische Importböller vom Typ knallender Donner-Wind des großen Vorsitzenden gemäß der Deutschen Indudstrienorm detonieren.

Das Ordnungsamt wiederum mahnt, sich heute nicht im Datum zu irren: „Außerdem ist zu beachten, dass diese Feuerwerkskörper nur am 31.12. bzw. 01.01. abgebrannt werden dürfen“. Von der Zündelei ausgenommen sind Kirchen, Kliniken, Kinder- und Altenheime sowie Fachwerkgebäude. Dort muss man selbst pfeifen und auf verglühende Sojus-Raketenteile am Himmel warten. Unfälle bei der Silvesterparty sollte man laut den Hinweisen vermeiden: Kanonenschläge im Fondue sorgen für Heuler am Tisch, die Raketenbatterie „Thors Höllenhammer“ in der Bowle für bitteres Schwefelaroma und Bauchgrimmen. Deshalb am besten einfach Sektkorken knallen lassen. Das schont das Trommelfell, man sieht tolle Flimmersterne und den Brand gibt es erst am Neujahrsmorgen. So sehen es auch die Behörden: „Das Ordnungsamt wünscht einen guten Rutsch ins Jahr 2012.“ Weshalb diesem durchgeknallten Blog ebenfalls nur der Wunsch bleibt, dass das neue Jahr ein gutes werde!

Von Daniel Völpel