Hitze macht frei

Hühner legen hartgekochte Eier, Kühe geben Milchpulver, Winzer ernten Rosinen: Deutschland erlebt den heißesten Sommer seit 2017! Eisverkäufer kippen reihenweise mit Burnout um, Seen mit Algen-Allergie. Christbäume machen sich splitternadelnackig, bevor sie abgehackt sind. Und die Einzelhändler fragen sich, wie sie in drei Wochen die Lebkuchen in die Regale räumen sollen, ohne dass die Schokolade schmilzt.

Während die Arbeitnehmer, die nicht bei 45 Grad in Spanien am Strand liegen, langsam vertrocknen, heizen Interessengruppen das Klima weiter an: Bauern fordern noch mehr Kohle, um ihre Frost-, Seuchen-, Nässe, Dürreverluste auszugleichen. Die Feuerwehren verlangen Flugzeuge und Rucksack-Spritzen statt Autos und Schläuche und die Marine will die Rückkehr zur allgemeinen Schwimmpflicht für Jugendliche.

Einzig der Bundesinnenminister hält der Hitze etwas entgegen und verbreitet menschliche Kälte. Zumindest die Ursache der Rekordtemperaturen ist nun gefunden: Beatrix von Storch hat sich öffentlich verplappert, dass es an den Klimanazis liege, wenn das Thermometer mehr als 35 Grad anzeige. Das weiß sie als Tochter eines Nazi-Ministers zwar aus erster Hand. Den Zusammenhang verschweigt aber, deshalb sei es hier erklärt: Nach Kriegsende 1945 haben sich überlebende Nazis an den Nordpol zurückgezogen und halten dort seitdem Reichsfeuerzeuge unters Eis, um es zu schmelzen. Gut 70 Jahre später geht der perfide Plan auf: Schwimmunwillige Migranten ertrinken reihenweise in deutschen Badegewässern.

Bleibt nur noch eine Lösung: Jeder Bürger sprüht jeden Morgen ein Fläschchen Sunblocker in die Luft. Das schwächt die Strahlen dermaßen ab, dass am letzten Augustsonntag die Winterzeit beginnen kann. Dann schmeckt auch der Glühwein beim Oktoberfest.

Von Daniel Völpel