Google präsentiert Vergessfunktion

Luxemburg (dcv) – Zwei Tage nach einem Grundsatzurteil des Europäischen Gerichtshofs zum Recht auf digitales Vergessen setzt der Suchmaschinenbetreiber Google die Entscheidung um. Den neuen Dienst „Google Dement“ schaltete das Unternehmen bereits googlerheute frei. Das Prinzip ist simpel: Wer unter Google Dement einen Begriff eingibt und auf „Vergiss es“ klickt, löscht damit die eingegebene Phrase aus allen Suchergebnissen. Die Suchmaske erscheint dann leer (Bild).

Google rät allen Nutzern, sich die zu vergessenden Begriffe zuvor auf einem Zettel zu notieren, damit sie einem nicht auch offline entfallen. Denn 16 Jahre nach dem Start kehrt Suchmaschine ihr Prinzip um: Statt Dinge im Internet auffindbar zu machen, werde man sie nun systematisch verstecken, teilte das Unternehmen mit. Möglichst rasch will der Internet-Gigant aus Mountain View (US-Staat Kalifornien) auch seine übrigen Dienste dement machen und sucht dazu Programmierer jenseits der 90 Jahre. Am schnellsten werde dies bei der Videosuche gehen, die dann nur noch Testbild abspiele, erklärte eine Firmensprecherin. Das Tochterunternehmen YouTube werde dazu eine neue Plattform YouBlackout erstellen.

Die Shopping-Suche listet von August an ausschließlich vergriffene Produkte in den Ergebnissen, die Newssuche Nachrichten aus der Biedermeier-Ära, deren Urheberrechte erloschen sind. Das asoziale Netzwerk Google- wird hingegen erst zum Jahreswechsel online gehen. Darin sollen die Nutzer alle Personen, Produkte und Katzen markieren, die sie nicht kennen, um weiterhin keine Neuigkeiten zu erhalten.