Geteilte Stadt

Das Regime von Ludwigsburg riegelt den Ostsektor ab

Völker, schaut auf diese Barockstadt! Im Schutze von Sommerferien und Sportfeiern in London lässt das Regime von Ludwigsburg den Ostteil der Stadt systematisch abriegeln! Für die Bürger aus den Bezirken Oststadt, Oßtweil und Ost-Schlösslesfeld ist kaum noch ein Durchkommen in den freien Westsektor Ludwigsburgs möglich, wo die Menschen echten Kaffee trinken und wo die Luft nicht nach gerösteten Wurzeln riecht.

Nur einen olympiareifen Steinwurf vom symbolträchtigen Schorndorfer Tor entfernt hat die Orangene Armee des Bauhofs mit ihren verbündeten Baufirmen des Asphalthauer Paktes in der vergangenen Woche Stellung auf der Sternkreuzung bezogen. Der schon bisher durch zahlreiche Schikane-Ampeln verzögerte Grenzverkehr ist seit Montag fast völlig zum Erliegen gekommen. Selbst die Transit-Busse stehen im Stau der Ausreisewilligen. Auch der vor allem für Diplomaten vorgesehene Übergang in der Hindenburgstraße beim Landratsamt („Checkpoint Rainer“) ist seit Wochen blockiert. Dort haben sich die Orange-Armisten regelrecht in die Straße eingegraben.

p80134721

Hat der Oberbürgermeister Werner Spec die Absicht, eine Mauer zu bauen? Wohl kaum, denn darauf könnte man keine gehäuteten Körperwelten ausstellen. Er will den Osten abhängen, ohne dies hochzuhängen, indem er Straßen unbefahrbar macht. Alle Hoffnungen der Eingeschlossenen ruhen auf den Westalliierten: Am 22. September will Frankreichs Staatspräsident François Hollande nach Ludwigsburg kommen und dem Machthaber im Rathaus über eine Absperrbake hinweg zurufen: „Monsieur Spec, öffnen Sie diese Avenues!“

Von Daniel Völpel