Gesetzlicher Mindesthohn kommt

In Anlehung an den Beschluss des Bundestages garantiert die Satiremanufaktur ab sofort den gesetzlichen Mindesthohn. Ausgenommen sind lediglich Erbeerzusteller, Zeitungspflücker, minderjährige Spargel und Praktikantinnenstecher. Auch Langzeitarbeitslose und Hartz-IV-Empfänger haben weiterhin nichts zu lachen. Wer den Verdacht hegt, unterhalb der gesetzlichen Hohnuntergrenze zu bleiben, kann sich an den Zoll wenden. OLYMPUS DIGITAL CAMERADie Behörde hat zur Verfolgung von Hohnprellern eigens einen Mindest-IQ eingeführt und stellt deshalb 1600 neue Beamte ein.

Als Vorbild für diese Regelung hatte eine breite Mehrheit am Donnerstag im Bundestag einen flächendeckenden Mindesthohn von 8,50 Euro beschlossen. Nachdem die Parlamentarier wieder nüchtern waren, stellten sie fest, dass ihr eigener Mindestlohn („Diät“) bei 51,57 Euro liegt und feierten nonstop weiter. Parallel zum Fußball-Viertelfinale Deutschland-Frankreich wollen sie zudem am Freitag den Bürgern den Pflegebeitrag erhöhen, den Lebensversicherungen zulasten der Versicherten die Taschen füllen – und damit eine neue Höchst-Häme-Grenze definieren. Der für den Spott zuständige Bundesinnenminister Thomas de Maizère sagte dazu: nichts. Generell vertritt die Bundesregierung aber die Linie: Wer einen Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen.

Von Daniel Völpel