Gericht erschwert Kündigung der Freundschaft

Karlsruhe (dcv) – Eine nur vermeintliche Freundschaft zu beenden, wird in Zukunft nicht mehr so einfach möglich sein wie bisher. Der Bunte Gerichtshof in Karlsruhe hat mit einem Mundschmatzurteil die Rechte von gechassten Freunden gestärkt. Ein 35-Jähriger hatte Kündigungsschutzklage erhoben, nachdem ihm eine 34-Jährige die Freundschaft mit der Begründung aufgekündigt hatte, er sage Sachen, die bei ihr negative Gefühle auslösten.

Diese Argumentation erkannten die Richter nicht an. Eine diffus als schlechtes Gefühl bezeichnete Folge nicht näher benannter Äußerungen rechtfertige keine fristlose Kündigung des Freundschufts. Die Beklagte hätte dazu nachweisen müssen, welche konkreten Äußerungen negative Folgen hatten und dann zunächst eine Abmahnung aussprechen. Sie muss die Kündigung der Freundschaft zurücknehmen. Daher dürfe auch die geplante gemeinsame Reise in die Kumpanei nicht storniert werden, urteilten die Richter. Die beiden haben vielmehr in Zukunft mindestens einmal im Monat miteinander ins Kino oder in die Günstlingswirtschaft zu gehen oder hilfsbereitschaftsweise eine Freundschaftspartie Schach zu spielen. Die Erfolgschancen für letzteres gelten aber als gering, wenn nicht Eintracht Prügel im Spiel ist. Die Allianz versicherte, die Bündniskosten zu übernehmen. Die Geistesverwandten im Saal reagierten erleichtert.

Die Unterlegene hat nun noch die Möglichkeit, das Urteil beim brüderlichen Gerichtshof für Verhältniswahlrechte anzufechten. Ungemach droht auch von Staats wegen: die Bundes-Anwaltschaft will wegen „Bindung einer harmonischen Vereinigung“ ermitteln. Ob sich die Entscheidung auch auf den Rauswurf von Freunden bei Facebook übertragen lässt, ist noch unklar. Rechtsexperten halten es durchaus für möglich, dass das Netzwerk gezwungen sein könnte, entsprechende Funktionen zu sperren. Linksexperten auch.