Flug durch die Realität

Fluggästen das Reisen erleichtern wollen Wissenschaftler aus Stuttgart und Tübingen, indem sie virtuelle Realitäten an die Sitze und Bordwände projizieren. Wer sich also im Flieger auf einem Mittelplatz nicht wohl fühlt, kann sich virtuell an einen Gangplatz beamen und bekommt virtuell schneller seinen Tomatensaft. Wen am Gangplatz das Hin und Her stört, der simuliert sich die virtuelle Welt eines Fenstersitzers. Nur, wer am Fenster sitzt, muss weiterhin hinausstarren, bekommt aber in die Scheibe wahlweise fliegende Kühe, Untertassen oder Festungen eingespielt.

Für Großgewachsene wird das Fliegen komfortabler, denn sie sitzen künftig am virtuellen Notausgang und tragen virtuelle Thrombosestrümpfe. Wer unter Flugangst leidet, der bekommt zur Beruhigung eine Autofahrt aus der Beifahrerperspektive vorgespielt – mit Margot Käßmann am Steuer.

In der Endstufe des Projekts wird das komplette Flugzeug virtuell verschwinden, sodass man das Gefühl hat, auf einem fliegenden Stuhl zu reisen. Alternativ kann man sich eine Simulations-Computerbrille aufsetzen, die man beim Bordpersonal für 150 Euro erwerben muss. Die projiziert virtuell das Erlebnis eines Nachtfluges in vollständiger Dunkelheit vor die Augen, ist aber noch Zukunftsmusik – dazu reicht die momentane Computertechnik nicht aus.

Von Daniel Völpel