EU will Kollisionsalarm für Fußgänger

Fischen/Berlin (dcv) – Auch mehr als einen Monat nach dem Frontalzusammenstoß zweier Fußgänger auf gerader Strecke im Allgäu ist die Unfallursache unklar. Das Unglück sorgt nun aber für Diskussionen unter Verkehrspolitikern. Ende Januar waren ein 74-Jähriger und ein 66-Jähriger ungebremst auf dem Damm der Iller nahe Fischen kollidiert. Dabei wurde der Jüngere verletzt, obwohl die Airbags auslösten, wie die Polizei mitteilte: Die Beamten trafen beide nach dem Unfall auf der zweispurigen Strecke mit dicken Backen an. Alkohl war nicht mehr als in Bayern üblich im Spiel, auch wiesen die Schuhsohlen ausreichend Profil auf und beide Fußgänger waren in technisch einwandfreiem Zustand, wie die Ermittlungen inzwischen ergeben haben. Die Beigänger waren damals unverletzt geblieben. Was das den Unfall auslöste wird die Polizei daher nach eigenen Angaben nicht mehr klären können.

Deshalb könnte der Fall für ein Umdenken bei der Verkehrssicherheit sorgen: Die EU prüft, das ab kommendem Jahr für Neufahrzeuge vorgeschriebene Notrufsystem eCall auszuweiten: Es sei denkbar, vorzuschreiben, dass auch alle ab 2015 neu zugelassenen Fußgänger mit dem Alarm ausgerüstet werden, teilte ein Kommissionsprecher mit. Das System würde dann nach einem Unfall automatisch einen Schuster oder einen Abschlepp-Rollator rufen.

Ein allgemeines Tempolimit auf deutschen Fußwegen lehnte Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt dagegen ab. Stattdessen will er große Warntafeln aufstellen lassen. Diese sollen Spaziergänger davon abhalten, als Geisterläufer andere zu gefährden. Wer jedoch in selbstmörderischer Absicht auf andere zugehe, sei auch dadurch nicht zu bremen, gab der Minister zu.