Einschlägig talentiert

Im sächsischen Landtag sollen sich Abgeordnete der NPD und der Links-Partei mit ihren Büros einen Flur teilen. Das bringt beide Lager laut sueddeutsche.de dermaßen in Rage, dass das Landeskriminalamt nun Deportation, Mauer und Stacheldraht – pardon – Sicherheitsschleusen, Panzertüren und Videoüberwachung empfiehlt. Den Wohlfühlfaktor im Parlament wird dies rechts wie links erheblich steigern. Bei Rundum-Überwachung hermetisch abgeschirmt durch Sicherheitsfirlefanz lässt es sich gemütlich Rasse- und Reisegesetze ersinnen, Endsieg und Enteignung planen, wissen die Altvorderen beider Parteien.

Warum aber muss der Steuerzahler dafür aufkommen? NPD und Linke verfügen über originäre Kompetenzen auf diesen Gebieten. Die Linken übernehmen die Überwachung, inklusive Wanzen, in Baumstämmen versteckten Kameras, Geruchsproben und Romeo-Agenten. Die Rechten stellen Wachmänner auf den Fluren und prügeln raus, was im Landtag nichts zu suchen hat. Mit diesem Gleichgewicht des Schreckens kasteln sich die Radikalen gegenseitig ein und die Splitterparteien (CDU, SPD, FDP, Grüne) können versuchen, die Sachsen zur Demokratie zu überreden. Sollte dies misslingen, muss das Landeskriminalamt Nacktscanner im Landtag einsetzen. Spätestens die machen jedes Würstchen sichtbar, egal zu welcher Seite es gekrümmt ist.

Von Daniel Völpel