Eier stehlende Halunken

Angesichts konstant hoher Beliebtheitswerte der Piratenpartei gibt es nun bei den im Bundestag vertretenen Parteien Überlegungen, den Piraten durch neue Namen die Wähler abspenstig zu machen. Überraschend trat heute der CDU-Generalsekretär Hermann Gröhe mit dem Vorschlag vor die Berliner Presse, die Union in „Halunken-Partei“ umzutaufen. Im Gegensatz zu den Piraten bezeichne man sich nicht nur als Gesetzlose, sondern verkörpere diese Haltung glaubhaft, so Gröhe. „Strauß, Kanther, Kohl, Landowsky, Mappus, Guttenberg und zuletzt Pofalla – praktisch alle Spitzenpolitiker der Union waren und sind Halunken“, erklärte der Generalsekretär.

Bereits eine Stunde später verblüffte der FDP-Vorsitzende Philipp Rösler das politische Berlin mit der Ankündigung, die Liberalen wollten sich künftig „Die Betrüger“ nennen. Die ehemaligen Liberalen hätten sich durch ihr Handeln den Namen „Die Betrüger“ ehrlich verdient. Als Beispiel nannte Rösler die Kehrtwende beim Atomausstieg sowie das Credo des „einfacheren, niedrigeren und gerechteren Steuersystems“, das die Partei bereits wenige Tage nach der gewonnenen Bundestagswahl gekonnt verleugnet habe.

Die oppositionelle SPD wurde vom Vorgehen der Regierungsparteien offenbar kalt erwischt. „Die Steinewerfer“ schlug ein sichtlich nach Worten ringender SPD-Vorsitzender Sigmar Gabriel auf Nachfrage als künftigen Namen für die Sozialdemokraten von Journalisten vor. „Schließlich will ich Steinbrück und Steinmeier beim Rennen um die Kanzlerkandidatur aus dem Rennen werfen.“

Die Linken hatten bereits bei ihrem Programm-Parteitag im Oktober über eine weitere Neubenennung in „Terroristenpartei“ diskutiert, eine Abstimmung aber vertagt. „Wir zünden zwar weder Autos noch Züge an, werden aber beim Wähler und den Medien bei solchen Taten stets genannt“, hatte der Fraktionsvorsitzende Gregor Gysi am Rande der Tagung erklärt. „Da würde uns der Name angesichts zunehmender Protestkultur gegen die etablierten Parteien nur nützen.“

Ebenfalls noch nicht abgeschlossen ist die Diskussion innerhalb von Bündnis 90/Die Grünen. Die Vorsitzenden Claudia Roth und Cem Özdemir hatten als neuen Namen „Bündnis Eierdiebe/Die Holzfrevler“ vorgeschlagen. Holz sei ebenso ein nachwachsender Rohstoff das Ei und werde zur Energiewende verstärkt benötigt, hieß es zur Begründung. Wer Holz statt Uran verheize und sich nur an Bioeiern vergreife, der sei in der Partei willkommen.

Von Daniel Völpel