Das Glück ist ein Keks, der fit hält

Wer beim Chinesen ein Glas Nudeln verdrückt, Rinderfilet nach Szechuan-Art verputzt oder eine Gong-Fu Suppe kalt macht, der bekommt zur Belohnung sein Glück zu fassen – in Form eines Glückskekses. Doch anders als bei der Vorspeise kommt hier nicht der Frühling aus der Teigrolle, sondern eine Aufforderung zur Vetternwirtschaft:

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Doch was meint der große Konfusius mit „von Intelligenz unterstützt“? Soll man sich nur intelligente Freunde suchen, um sich mit diesen einträgliche Geschäfte zuzuschieben? Oder funktioniert das mit dem Vermögen machen nur, wenn man selbst intelligent ist? Kann nicht sein, Stichwort Fußball- und Show-Millionäre… Oder sollte man die Freundschaft selbst so intelligent anlegen, dass acht Kostbarkeiten dabei herauskommen? Dann wäre der bestmögliche Freund doch ein China-Koch – wenn die glutamatreiche Kost nicht die schärfste Hühnerbrust ratzfatz in eine wenig-süße-und-stocksaure Ba-Bao-Ente verwandeln würde. Doch die Chinesen wären nicht die älteste Philosophie-Nation der Welt, wenn der Glückskeks nicht auch dazu einen Rat parat hätte:

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Das ist fernöstliche Weisheit zum Niederknien (am besten gleich 100x mit ausgestreckten Armen): Gilt dann auch der umgekehrte Satz, dass eine Unfit-Diät einen unfit machen würde? Warum rät einem ausgerechnet das Restaurant, das man gerade besucht, zu einer Diät? Durch die Lotusblume ein Hinweis auf die eigene Körperfülle?

Und stand nicht schon auf der Speisekarte „Gong Bao Kai Din“, das nicht nur im krassen Gegensatz zu westlicher Muskellogik á la Baumarkt („Mach‘ Dein Ding“) steht, sondern auch einen Lebensstil mit der leichten asiatischen Kost nach dem Motto „Wan-Tan-(„Wenn, dann-„)Suppe“ nahelegt? Sollte man sich glücklich schätzen, nun endlich auf die richtige Gemüseplatte gesetzt worden zu sein? Der nächste Keks verrät es:

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Damit wäre das endlich einmal bestätigt. Es wäre aber etwas philosophischer gegangen. „Das Leben ist wie eine gebackene Banane: Man weiß vorher, was am Ende übrig bleibt.“

Von Daniel Völpel, Fotos: Marius Völpel