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Kategorie: Völpels Tölpel

NSU-Prinzengarde

Wenn von Geheimdiensten die Rede ist, denkt man sofort an James Bond oder Jack Ryan: Mit superschnellem Super-Auto und einer Superfrau im Arm auf Superschurkenjagd. Wenn von deutschen Geheimdiensten die Rede ist, denkt man sofort an Stan Laurel und Oliver Hardy: Beim Kaffeetrinken plaudern die Agenten über ihre Informanten in der Naziszene, von denen sie sowieso an der Nase herumgeführt werden, weil sie die Zehntausende Euro als Honorar für wertlose Informationen in ihre Nazi-Organisation stecken und zu guter Letzt vernichten sie die Akten genau dann, wenn sie die Anweisung erhalten, die Papiere abzuliefern.

Übertroffen werden die Geheimdienste in ihrem Talent nur noch von der Polizei: Um die mordende Nazibande zu finden, hat die bayerische Landespolizei ein halbes Jahr lang eine eigene Dönerbude betrieben. Das liegt zwar einerseits nahe – haben doch alle Polizisten einen Falafelschein – wirft aber andererseits Fragen auf: Wie gefährlich ist es, wenn man als Kunde gefragt wird: „Scharf?“ Was passiert, wenn man antwortet: „Nein, Schnittlauch.“ Und wie entwickelt sich die Lage, wenn ein als NPD-Glatze arbeitender Verfassungsschützer an der von der Polizei betriebenen Dönerbude vorbeikommt und ihn dabei ein in die Rauschgiftszene eingeschleuster Drogenfahnder beobachtet, der das seinem Kumpel im Knast erzählt, den er heimlich mit Stoff versorgt?

Doch ob diese NSU-Prinzengarde außer äußerst effektiv und äußerst begabt auch oberhalb der Unterhose äußerst braun war, ist unwesentlich. Denn nun kommt ausgerechnet eine türkischstämmige Ministerin daher und erdreistet sich, von einer Verfilzung von Staat und organisiertem Verbrechen zu sprechen. Dass es so weit nie kommt und dass die Türken weiterhin auf dem Boden ihrer Dönerbuden und Blumenstände enden, daran hatten diverse Behörden und die zwei Uwes doch zehn Jahre lang zum Schutz von Heimat und Verfassung gearbeitet. Was für ein Versagen! Wenn das der Führer wüsste, würde er sich beim nächsten Mal in Ouagadougou zum Funkenmariechen ernennen lassen.

Von Daniel Völpel

Das Bundespräsidialamt teilt mit

Zu den Vorwürfen gegen seine Person erklärt der Bundespräsident Christian Wulff:

„Ich halte alle Unterstellungen, die sich auf meine Amtsführung beziehen, für ungerechtfertigt – um nicht zu sagen für Schrott, den Sie in bewährt bester Qualität bei Geerkens erhalten. Ich habe in den vergangenen Tagen die Entwicklung genau analysiert, bei einem Glas Coca Cola Zero, und habe festgestellt: Bundespräsident ist mein Leben, wie es sein soll: Echter Geschmack und zero Zucker! Alle Vorwürfe sind aus der Luft gegriffen, in der Air Berlin immer am günstigsten und zuverlässigsten fliegt. Deshalb werde ich aus Freude am Fahren weiterhin in meinen BMW zum Schloss Bellevue steigen. Jedem meiner Kritiker kann ich nur zurufen: Weihnachten wird unterm Baum entschieden! Und zwar mit der Weihnachtspreisgarantie des Media Markt. Wichtig ist doch, dass ich die Produkte bewerten kann.

Zu allen in Rede stehenden Unternehmern sind meine Beziehungen rein privater Natur. Ich kann Ihnen unter Eid versichern, dass ich alle mir zur Verfügung gestellten Gegenstände niemals dienstlich, sondern nur privat genutzt habe – selbst den Gilette Venus, mit dem ich die Göttin in mir entdeckt habe. Apropos versichern: Folgen Sie doch Ergo auf dem Weg zu Deutschlands bester Versicherung. Und vergessen Sie auf dem Weg nicht, Tante Ernas Frittenbude in der Cottbuser Straße zu besuchen!“

Diese Presseerklärung wurde Ihnen präsentiert von Wulff Lacke – Ihr Partner, wenn etwas zu übertünschen ist!

Irrfahrt in Gelb

Wie man in eine Odyssee gerät, die sich Homer (der echte, nicht Simpson) für seinen Titelhelden nicht besser hätte ausdenken können, durfte ich kürzlich zwar nicht am eigenen Leib, aber doch hautnah erleben. Das begab sich so: Ich hatte des Wochenends Lust zu einem kleinen Ausflug bekommen und mir das Internet als Ziel ausgesucht. Eine fröhliche Weise pfeifend besuchte ich einige Seiten, bis ich bei einem Kaufmann eines Gegenstands gewahr wurde, der meinen Gefallen fand. Der Händler zeigte sich durchaus willig, mir die Ware zu veräußern. Da er sie jedoch nur virtuell in der Auslage hatte, sollte ich meine Erwerbung in einem Paket erhalten. So stand es in der Depesche, die mir der Kaufmann nach Vertragsabschluss telegrafierte. Im Sinne der guten deutschen Tradition von Verfolgungen erhielt ich bald darauf eine weitere Nachricht mit dem Link zur Sendungsverfolgung meines Paketes.

Und auf dieser Seite wurde ich nun Zeuge des höchst unterhaltsamen Schauspiels: Am Montag, 10. Oktober, ging meine Ware in Neumark auf die Reise. Früh am nächsten Morgen traf sie in Köngen unweit meines Wohnorts ein und wurde drei Stunden später „in das Zustellfahrzeug geladen“. Irgendwie muss sich das Paket im Lauf des Tages jedoch wieder aus dem Zustellfahrzeug entladen haben, denn abends erfolgte dann der Hinweis „Es erfolgt ein 2. Zustellversuch“. In den folgenden Tagen erfolgten noch mindestens zwei erfolglose Versuche, die Sendung in das Botenauto zu verstauen. Der Paketstau war so gewaltig, dass meines am Wochenende erst einmal eine Auszeit benötigte. Deshalb machte es sich am Samstag, 15. Oktober, auf zu einem Ausflug nach Speyer, dessen Dom ja durchaus eine Reise wert ist. Frisch ausgeruht traf es dann am Montag wieder in Köngen ein, schaffte den Sprung ins Zustellfahrzeug und stand am späten Vormittag tatsächlich und leibhaftig vor meiner Wohnungstür.

Schon eine Woche später, am 21. Oktober, erhielt ich übrigens Antwort auf meine am 14. Oktober gestellte Frage, ob und wann diese Reise zu einem glücklichen Ende führe. Darin teilte man mir vollkommen korrekt in Abschiebehaftdeutsch mit: „Ihre Sendung wurde laut unserer Systemanzeige inzwischen ausgeliefert.“ Zur Erläuterung erfuhr ich noch, dass „der Eintrag in der Sendungsverfolgung `Es erfolgt ein 2. Zustellversuch`“ ein interner sei „und bedeutet nicht, dass der Zusteller vor Ort war“. Zum Glück, kann ich als Fazit resümierend zusammenfassen. Sonst wäre das Epos „Die Irrfahrten des Paketes“ nie geschrieben worden! Nur ob in dieser Geschichte Bundes- oder sonstige Trojaner ihre entführungsgierigen Finger im Spiel hatten, wird ungeklärt bleiben.

Von Daniel Völpel

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Blöde neue Welt

Wie der Computer doch das Arbeiten vereinfacht! Jetzt kann man per Mauszeiger entscheiden, ob man einen Fehler gemacht hat oder nicht: Von Daniel Völpel

Klappe Eis, die Dritte

„Ich seh´ Dir auf die Bällchen, Kleines“, gemäß diesem alten Eismacher-Wahlspruch verrührt Langnese seit einiger Zeit rührselige Filme mit dahinschmelzendem Milch-Sahne-Zucker-Wasser-Aroma-Gemisch. Bislang sind zwei Eispackungen verfilmt worden, „Vom Winde verweht“…