->

Kategorie: Allgemeinheiten

Dank Dieselkrise: Bootsflüchtlinge kehren um

Fluchtursache Fahrverbot

Nach Jahren des engagierten Nichtstuns und Zehntausenden ertrunkenen Schiffbrüchigen im Mittelmeer könnten nun ausgerechnet die Einschränkungen für Autofahrer in Deutschland dazu führen, dass das Sterben auf See ein Ende findet: „Als ich gehört habe, dass in Deutschland sogar Abgeordnete und Minister gegen die unmenschliche Barbarei der Fahrverbote für alte Diesel revoltieren, habe ich meine Mitpassagiere nicht lange überzeugen müssen, umzudrehen“, erzählte der 23-jährige Jaden aus dem Südsudan gestern nach der Rückkehr seines Schlauchboots im libyschen Zuwara. „Lieber verbrenne ich bis an mein Lebensende alte Fernseher auf einer Müllkippe in Malakal, um Kupfer zu sammeln, als dass ich mit einem zehn Jahre alten SUV in Stuttgart nicht mehr direkt vor dem Gant Store parken darf. “ Nach unoffiziellen Angaben kamen in Libyen alleine in den vergangenen fünf Tagen mindestens zehn Flüchtlingsboote vollbesetzt an, die zuvor von dort eigentlich in Richtung Europa abgefahren waren.

Tausende weitere der seit 2015 nach Deutschland geflüchteten Menschen planen ihren Aufbruch in die Heimat, weil sich durch Fahrverbote und nun auch noch drohende Tempolimits die humanitäre Lage in dem mitteleuropäischen Land rapide verschlechtert. „Wenn die Feinstaub- und Stickstoffdioxid-Werte noch weiter sinken, sterben wir hier alle an einem Sauerstoff-Schock“, erklärte der Syrer Adnan S., während er am Frankfurter Flughafen auf seine Maschine ins irakische Erbil wartete. Der 21-jährige Mohammed D. aus Marokko pflichtete ihm bei: „Jetzt kommen auch noch die Frauenparkplätze weg. Soll ich etwa Samstagnacht beim Antanzen erst einen riesigen, dunklen Parkplatz absuchen?“ Während Italien bereits seine Grenzkontrollen verstärkt hat, weil es einen Ansturm auf seine Häfen fürchtet, hat der ungarische Ministerpräsident Orban angekündigt, seinen Grenzzaun abreißen zu lassen. Jeder Flüchtling, der sich auf den Rückweg mache, könne sich frei bewegen und werde von der ungarischen Polizei verpflegt, ließ er mitteilen.

Den jungen Sudanesen Jadan hat das Schicksal der Deutschen so berührt, dass er nun in seiner Heimat Spenden sammeln will. „Ich habe mit zwei Freunden verabredet, dass wir die Aktion ‚Darfur für den Diesel!‘ ins Leben rufen. Die armen Menschen in der Krisenregion Stuttgart seien doch doppelt in der Zwickmühle, meint er: „Die Autohersteller zwingen sie, für Hungerlöhne von 5000 Euro und mehr im Monat Dreckschleudern zusammenzustecken, die sie als sauber verkaufen, damit die Ölscheichs als Aktionäre nicht murren.“ Und dann dürften sie mit eben diesen Autos nicht mehr zur Arbeit fahren, für die sie ein ganzes Drittel des Listenpreises zahlen mussten. Gleichzeitig nähmen ihre Chefs die ausgebeuteten Arbeiter auch noch als Geiseln, um der Politik mit Entlassungen zu drohen. „Da geben die Politiker natürlich nach, sie wollen ja ihren gutbezahlten Anschlussjob bei diesen Unternehmen nicht gefährden.“ Jaden ist bereits den Tränen nahe. „Ich dachte, im Südsudan ist das System krank, aber wir können immer noch aus Protest verhungern. Diese beklagenswerten Deutschen sind aber so dick, dass sie selbst in zwei Jahren noch nicht verhungert wären! Und ohne die Auto-Jobs wissen sie doch nicht mehr, wie sie den nächsten Sechs-Wochen-Trip nach Neuseeland und Singapur finanzieren sollen.“

Auch im libyschen Hamamah legten erste Boote mit enttäuschten Europaflüchtlingen an. „Deutschland war immer das Ziel unserer Träume. Da gibt es Escape-Room-Spiele, Nagelstudios und Masseure für Hunde“, berichtete der 19-jährige Sunny aus Pakistan einem Reporter. „Aber jetzt haben wir gehört, dass man dort bald bald nur höchstens 130 Stundenkilometer fahren darf. 130! Wenn ich von Faisalabad bis hierher nach Darna an den Hafen nur so langsam hätte reisen können, hätte ich ja mehr als vier Tage gebraucht! Jetzt fahre ich zurück und lasse es unterwegs richtig krachen.“ Ab Tempo 200 beginne für ihn auf den Pisten im Irak und Iran der Spaß erst so richtig, erzählt er mit leuchtenden Augen. Dass er als Christ in seiner Heimat dann wieder Bedrohungen und Übergriffen durch radikale Moslems ausgesetzt sein könnte, nimmt Sunny in Kauf: „Schlimmstenfalls werde ich gesteinigt. Aber das ist immer noch besser, als auf einer leeren, sechsspurigen Autobahn nach 300 Kilometern bei Tempo 130 an Langeweile zu sterben! Da hilft auch kein Massagesitz, kein Nackengebläse, kein Bord-Entertainment mit künstlicher Intelligenz, das Gespräche mit mir führt. Das ist Folter!“ Dass man stattdessen mit ICE-Hochgeschwindigkeitszügen reisen könnte, lässt der junge Pakistani nicht gelten: „Haben Sie mal versucht, mit einem deutschen Zug zu fahren? Da muss man innen in einem klimatisierten Wagen sitzen! Außen ist alles so glatt, dass man sich nicht festhalten kann!“

Von Daniel Völpel

Hitze macht frei

Hühner legen hartgekochte Eier, Kühe geben Milchpulver, Winzer ernten Rosinen: Deutschland erlebt den heißesten Sommer seit 2017! Eisverkäufer kippen reihenweise mit Burnout um, Seen mit Algen-Allergie. Christbäume machen sich splitternadelnackig, bevor sie abgehackt sind. Und die Einzelhändler fragen sich, wie sie in drei Wochen die Lebkuchen in die Regale räumen sollen, ohne dass die Schokolade schmilzt.

Während die Arbeitnehmer, die nicht bei 45 Grad in Spanien am Strand liegen, langsam vertrocknen, heizen Interessengruppen das Klima weiter an: Bauern fordern noch mehr Kohle, um ihre Frost-, Seuchen-, Nässe, Dürreverluste auszugleichen. Die Feuerwehren verlangen Flugzeuge und Rucksack-Spritzen statt Autos und Schläuche und die Marine will die Rückkehr zur allgemeinen Schwimmpflicht für Jugendliche.

Einzig der Bundesinnenminister hält der Hitze etwas entgegen und verbreitet menschliche Kälte. Zumindest die Ursache der Rekordtemperaturen ist nun gefunden: Beatrix von Storch hat sich öffentlich verplappert, dass es an den Klimanazis liege, wenn das Thermometer mehr als 35 Grad anzeige. Das weiß sie als Tochter eines Nazi-Ministers zwar aus erster Hand. Den Zusammenhang verschweigt aber, deshalb sei es hier erklärt: Nach Kriegsende 1945 haben sich überlebende Nazis an den Nordpol zurückgezogen und halten dort seitdem Reichsfeuerzeuge unters Eis, um es zu schmelzen. Gut 70 Jahre später geht der perfide Plan auf: Schwimmunwillige Migranten ertrinken reihenweise in deutschen Badegewässern.

Bleibt nur noch eine Lösung: Jeder Bürger sprüht jeden Morgen ein Fläschchen Sunblocker in die Luft. Das schwächt die Strahlen dermaßen ab, dass am letzten Augustsonntag die Winterzeit beginnen kann. Dann schmeckt auch der Glühwein beim Oktoberfest.

Von Daniel Völpel

Das Gleichnis vom Pferdeapfel-Skandal

In einer Zeit lange vor der unsrigen lebten in diesem Land zwei findige Pferdezüchter. Durch Versuche gelang es Gottlob Haflinger und Carlo Fuchs, Pferderassen so zu züchten, dass sie immer schneller, stolzer und widerstandsfähiger wurden und leicht zu vermehren waren. Immer mehr Menschen wollten einen Haflinger-Fuchs besitzen. Andere Züchter ahmten die Methoden nach und belieferten die Händler mit immer mehr Pferden: Besonders Schnelle für die Eiligen, besonders weiße für die Heiligen. Die Pferdemärkte zogen Volk von nah und fern an, die Welt-Pferdeausstellung zu Frankfurt am Main wurde selbst in Asien gerühmt. Die weniger Wohlhabenden kauften sich ein Volkspony, sodass bald jeder im Lande mit dem eigenen Pferde seiner Wege ritt. Über alle sieben Weltmeere wurden deutsche Pferde verschifft und verkauft.

Doch auf das Gloria folgte Wehklagen: Des Nachts konnte man in den Flecken und den Städten zwischen all den Reittieren kaum noch laufen. Das Gewieher brachte die Menschen um den Schlaf. Hitzköpfe verabredeten sich statt zum Duell zum verbotenen Rennen zu Pferde auf öffentlichem Grund. Des Öfteren wurden dabei Passanten zu Tode getrampelt. Hagestolze ritten ganze Sonntage über mit ihren glänzend gestriegelten Rössern die Chausseen auf und ab und ließen diese laut aufwiehern, um die Damen zu beeindrucken. Kinder konnten nicht mehr vor den Häusern spielen, weil sie sonst unter die Hufe geraten würden. Die Sanatorien quollen über von Invaliden, die Huftritte und andere Verletzungen durch die Reittiere auskurieren mussten. Nicht wenige davon waren am Kopf getroffen worden, erholten sich nie wieder und konnten fortan nicht einmal mehr ein Kreuz an der richtigen Stelle zeichnen.

Täglich standen die Reiter stundenlang Pferdeschnauze an Pferdehintern, nur weil ein Gaul an einer Engstelle nicht mehr traben wollte. Vor allem aber waren landauf, landab die Wege, Alleen und Pfade über und über bedeckt mit Pferdeäpfeln. Denn je mehr die Tiere leisten sollten, desto mehr mussten sie fressen und verdauen. Wer doch einmal zu Fuß ging watete knöcheltief im Mist. Deshalb ritten Jung und Alt, Mann und Frau, Arm und Reich, wann immer es möglich war, und sei es nur vom eigenen Gehöft zum Brunnen und zurück. Der Gestank in den Städten war kaum zu ertragen. Kinder mussten sich übergeben, die Alten schnappten tags wie nachts nach Luft und Riechsalz. Die Pferdeäpfel-Sammler kamen nicht mehr nach, die Exkremente aufzuklauben, weil ständig neue aus dem unablässigen Strom vorbeitrabender Pferde fielen. Die Menschen warfen den Mist auf die Felder, auf denen ihr Getreide wuchs, und in die Gärten, in denen sie ihre Beeren pflückten. Doch selbst als alles Obst und Gemüse nach Pferdeapfel schmeckte, wollte keiner vom eigenen Reittier lassen.

Die Fürsten und Könige erzählten Ihren Untertanen, es sei gut für alle, wenn die Pferdezüchter und deren Stallknechte weiterhin prächtig verdienten. Denn sie selbst und ihr Hofstaat bekamen von den Züchtern mehr als nur einen Golddukaten in die Schatulle gesteckt und wussten zudem, dass auf den Pferdehöfen immer ein warmes Plätzchen für sie freigehalten würde für den Fall, dass sie doch einmal abdanken müssten. Selbst als Untertanen gegen die Mistflut ihre Stimmen erhoben, beschwichtigten die Herrscher die Unzufriedenen, die Züchter seien doch selbst sehr zerknirscht über den Zustand, und eigentlich würden die Pferde doch nur saubere Äpfel fallen lassen, wenn man sie durch ein bisschen Übung dazu bringe, anders zu verdauen. Außerdem müsse man nun dringend von ausländischen Reitern einen Wegezoll kassieren und sich darum kümmern.

Die Ausrufer und Büttel liefen glockenschwingend durch die Straßen und priesen die Qualität deutscher Pferde, weil ihnen die Züchter den Wams bezahlten. Und so bemerkte es niemand, als in den Fürstentümern und Königreichen rings herum alle von Pferden auf Fahrräder umstiegen, die ein findiger Tüftler aus Neu-England und ein geschäftstüchtiger Chinese aus Canton anboten – weil diese leise waren, nicht stanken und keine Rückstände hinterließen. Bis das Land eines Tages in seinem eigenen Mist versank.

Von Daniel Völpel

Das Glück ist ein Keks, der fit hält

Wer beim Chinesen ein Glas Nudeln verdrückt, Rinderfilet nach Szechuan-Art verputzt oder eine Gong-Fu Suppe kalt macht, der bekommt zur Belohnung sein Glück zu fassen – in Form eines Glückskekses….

Das Märchen vom Königreich der Geisterkutschen

Es war einmal ein wohlhabendes Königreich, in dem alle Bewohner mit Kutschen fuhren: Jung und Alt, Reich und Arm. Zwar waren die Kutschen unterschiedlich groß und nicht alle gleich prächtig…

Genschman vs. Sensenman: The Final Call

… jetzt nicht im Kino! Von Daniel Völpel

Das Parlament ist rund

Allein 1,2 Millionen Menschen in drei Bundesländern ist Politik zu kompliziert, um demokratische Parteien zu wählen. Deshalb hier der Kommentar zu den Landtagswahlen in Baden-Württemberg, Rheinland-Pfalz und Sachsen-Anhalt in einer…

AfD-O-Mat

„Ich bin kein Rassist, aber ich hasse Ausländer, Flüchtlinge, Schwule, Schwarze …“ – wer sich mit derartigen Gedanken trägt, dem fällt die Entscheidung bei den anstehenden Landtagswahlen schwer: „Vertritt die…

Je suis lâche

Der Anschlag auf Charlie Hebdo und die Folgen: Karikaturisten trauen sich immer weniger:   Von Daniel Völpel

Al-Baghdadi: „Wir haben gezeigt, was in uns steckt“

Es folgt die Weihnachtsansprache des IS-Präsidenten, Kalif Abu Bakr al-Baghdadi: „Guten Abend aus dem Versteck in Sirte, ein blutiges Weihnachtsfest wünsche ich Ihnen allen. Ein blutiges Weihnachtsfest – so wünschen…