Besser als nackt

Einem jungen Saudi ist es gelungen, durch die Sicherheitskontrollen des Flughafens von Manila zu schlüpfen, berichtet sueddeutsche.de – in einer Pilotenuniform. Erste Duty-Free-Shops haben bereits reagiert. Sie bieten Hemden mit Schulterklappen und Goldstreifen-Sakkos an. Vorteil für Flugpassagiere, die zugreifen: Bei der nächsten Kontrolle warten statt Abtastung und Nacktscanner attraktive Stewardessen-Begleitung und der Crewbus zum Flieger.

Im Cockpit angekommen sollten Sie allerdings lautstark die Flugbegleiterin angraben, allerlei Knöpfe drücken und von Horrorlandungen in Rio reden, bis Sie sicher sein können, dass ihr Copilot auch nur ein verkleideter Fluggast ist. Sicherstes Anzeichen: Er wird Sie zu einem „Check“ auffordern, was sie mit „Roger“ beantworten. In der gerade beginnenden Fasnachtssaison wird der Uniform-Trend allerdings einige Verwirrung stiften. Bittet Sie ein Polizist, Ihren Parkplatz aufzugeben, bleiben Sie aufmerksam. Wahrscheinlich stellt er selbst seinen Minivan dort ab. Vorsicht ist auch bei Krankenschwestern angebracht. Verstecken sich unter kurzem Rock und fescher Rot-Kreuz-Haube haarige Männerbeine und ein Vollbart handelt es sich nicht um die angekündigte „zärtliche Alexandra“, sondern um einen Arzt, der mit der Nebenbeschäftigung seinem Bankrott zu entgehen versucht.

Völlig übertrieben sind dagegen Warnungen, die Müllmänner vor ihrer Haustür könnten Betrüger sein. Billige Müll-Raubkopien aus China überschwemmen seit einiger Zeit den deutschen Müllmarkt, so dass sich der Müll-Diebstahl nicht mehr lohnt. Sollte Ihr Müllmann arabisch sprechen oder aussehen, so weisen Sie ihn höflich darauf hin, dass er beim Uniformkauf übers Ohr gehauen wurde und sein Anzug kein Pilotendress ist. Sie ersparen sich damit die Schweinerei vor Ihrem Haus und penetrante Fragen von Männern in Agentenkostümen.

Von Daniel Völpel