Auf der verspäteten Eisenbahn

Nach zahllosen Pannen fährt bei der Deutschen Bahn nun ein der Super-ICE. Der ICE 3 ist so neu und toll, dass selbst Gleise weichen Weichen gleißen Greise weinen, wenn sie ihn erblicken: Der Zug kommt mit nur noch zwei Schienen und einer Oberleitung aus und fährt standardmäßig auch ohne Wagen 23. Er beschleunigt von 0 auf 320 Grad in zwei Minuten (im Sommer) und dampft dabei so energieeffizient, dass man in der Bordküche auf den Herd verzichten kann. Schließlich bleibt der Kaffee von alleine heiß.

In den Abteilen des „Velo RaD“, wie er bei Siemens in Anlehung an die schnellere Alternative zum ICE heißt, zeigen künftig Monitore mit Landkarten an, wo der Zug gerade steht und wann er planmäßig wo gehalten hätte. Ein ICE verfügt über 444 Sitzplätze, wovon bei 222 die Verstellfunktion funktioniert. Haltegriffe geben den 999 Reisenden, die im Stehen fahren, mehr Sicherheit. Für Sehbehinderte gibt es Wegweiser, für Gehörlose Durchsagen. Die neue Aerodynamik minimiert den „Tunnelknalleffekt“, der entsteht, wenn der ICE gegen einen Tunnel knallt. Die Bremssysteme sind komplett verschleißfrei. Wann kommt ein Zug der Bahn schon so in Fahrt, dass er bremsen müsste?

Bis März 2014 werden weitere der 16 Züge ausgeliefert. Sie erreichen den Konzern damit mit einer Verspätung von zweieinviertel Lichtjahren. Als Ausgleich erhält die Deutsche Bahn von Siemens einen Verzehrgutschein in Höhe von 2,50 Euro – einlösbar im Bordrestaurant einer beliebigen Airline.

Von Daniel Völpel