Alles falsch

Hochwertige Modemarken wie H&M, C&A oder Tchibo sollen gefälschte indische Bio-Baumwolle verwendet haben, deckt die Financial Times Deutschland auf. Die betroffenen Unternehmen sprechen bereits von einem „GAU“, dabei ist das Ausmaß des Betrugs noch viel größer. Nicht nur genveränderte Baumwolle wurde als angebliches Bio-Produkt verwendet, sondern diese auch zu angeblicher Kleidung verarbeitet. In Wirklichkeit handelt es sich jedoch größtenteils um Putzlumpen von minderer Qualität (hinterlassen Schlieren), wie die Analyse eines Textil-Forschungsinstituts ergab.

Stündlich sickern neue Details durch: So soll H&M genetisch veränderte Schaufensterpuppen als Verkäuferinnen beschäftigt haben. C&A ließ in großem Stil Inder zu Dumping-Löhnen als türkische Kunden auftreten. Bei den Designern, die Hennes und Mauritz zur Gestaltung der Lappen anheuerte, handelte sich in mindestens sieben Fällen um an BSE erkrankte Seidenäffchen, denen Stifte an Hände und Füße gebunden wurden. Anschließend scheuchte man sie über Zeichenpapier. Statt die Zuschnitte zu nähen wurden sie mit Schwerölresten verklebt und mit Faden-Mustern bedruckt. Tchibo wiederum dementierte entschieden, dass die Geschäftsleitung von den Betrügern bei Verhandlungen unter Drogen gesetzt wurde. Zu keiner Zeit habe man sich Jogging-Anzüge, Kinderlätzchen und Gürtel als ungemahlenen afrikanischen Hochlandkaffee andrehen lassen, heißt es aus Hamburg.

Um Kunden vor den Betrügereien zu schützen, will die EU nun rasch eine Kennzeichnungspflicht durchsetzen. Sie wird die Hersteller zu einem Warnhinweis auf den Einnähern verpflichten: „Produkt kann Bekleidung ähneln. Nicht zum Tragen geeignet!“

Von Daniel Völpel