->

Aus der Bildermachmaschine LXXIV

Neue Kategorie in der Zeitung: Unter „Korrektur“ findet man nun Rätsel: An welchem Tag wird der Preis verliehen?

Wer es richtig errät, kommt kostenlos in die Ausstellung! Vielleicht. Wenn nicht ein Fehler in der Meldung war…

Foto: Daniel Völpel

Das Gleichnis vom Pferdeapfel-Skandal

In einer Zeit lange vor der unsrigen lebten in diesem Land zwei findige Pferdezüchter. Durch Versuche gelang es Gottlob Haflinger und Carlo Fuchs, Pferderassen so zu züchten, dass sie immer schneller, stolzer und widerstandsfähiger wurden und leicht zu vermehren waren. Immer mehr Menschen wollten einen Haflinger-Fuchs besitzen. Andere Züchter ahmten die Methoden nach und belieferten die Händler mit immer mehr Pferden: Besonders Schnelle für die Eiligen, besonders weiße für die Heiligen. Die Pferdemärkte zogen Volk von nah und fern an, die Welt-Pferdeausstellung zu Frankfurt am Main wurde selbst in Asien gerühmt. Die weniger Wohlhabenden kauften sich ein Volkspony, sodass bald jeder im Lande mit dem eigenen Pferde seiner Wege ritt. Über alle sieben Weltmeere wurden deutsche Pferde verschifft und verkauft.

Doch auf das Gloria folgte Wehklagen: Des Nachts konnte man in den Flecken und den Städten zwischen all den Reittieren kaum noch laufen. Das Gewieher brachte die Menschen um den Schlaf. Hitzköpfe verabredeten sich statt zum Duell zum verbotenen Rennen zu Pferde auf öffentlichem Grund. Des Öfteren wurden dabei Passanten zu Tode getrampelt. Hagestolze ritten ganze Sonntage über mit ihren glänzend gestriegelten Rössern die Chausseen auf und ab und ließen diese laut aufwiehern, um die Damen zu beeindrucken. Kinder konnten nicht mehr vor den Häusern spielen, weil sie sonst unter die Hufe geraten würden. Die Sanatorien quollen über von Invaliden, die Huftritte und andere Verletzungen durch die Reittiere auskurieren mussten. Nicht wenige davon waren am Kopf getroffen worden, erholten sich nie wieder und konnten fortan nicht einmal mehr ein Kreuz an der richtigen Stelle zeichnen.

Täglich standen die Reiter stundenlang Pferdeschnauze an Pferdehintern, nur weil ein Gaul an einer Engstelle nicht mehr traben wollte. Vor allem aber waren landauf, landab die Wege, Alleen und Pfade über und über bedeckt mit Pferdeäpfeln. Denn je mehr die Tiere leisten sollten, desto mehr mussten sie fressen und verdauen. Wer doch einmal zu Fuß ging watete knöcheltief im Mist. Deshalb ritten Jung und Alt, Mann und Frau, Arm und Reich, wann immer es möglich war, und sei es nur vom eigenen Gehöft zum Brunnen und zurück. Der Gestank in den Städten war kaum zu ertragen. Kinder mussten sich übergeben, die Alten schnappten tags wie nachts nach Luft und Riechsalz. Die Pferdeäpfel-Sammler kamen nicht mehr nach, die Exkremente aufzuklauben, weil ständig neue aus dem unablässigen Strom vorbeitrabender Pferde fielen. Die Menschen warfen den Mist auf die Felder, auf denen ihr Getreide wuchs, und in die Gärten, in denen sie ihre Beeren pflückten. Doch selbst als alles Obst und Gemüse nach Pferdeapfel schmeckte, wollte keiner vom eigenen Reittier lassen.

Die Fürsten und Könige erzählten Ihren Untertanen, es sei gut für alle, wenn die Pferdezüchter und deren Stallknechte weiterhin prächtig verdienten. Denn sie selbst und ihr Hofstaat bekamen von den Züchtern mehr als nur einen Golddukaten in die Schatulle gesteckt und wussten zudem, dass auf den Pferdehöfen immer ein warmes Plätzchen für sie freigehalten würde für den Fall, dass sie doch einmal abdanken müssten. Selbst als Untertanen gegen die Mistflut ihre Stimmen erhoben, beschwichtigten die Herrscher die Unzufriedenen, die Züchter seien doch selbst sehr zerknirscht über den Zustand, und eigentlich würden die Pferde doch nur saubere Äpfel fallen lassen, wenn man sie durch ein bisschen Übung dazu bringe, anders zu verdauen. Außerdem müsse man nun dringend von ausländischen Reitern einen Wegezoll kassieren und sich darum kümmern.

Die Ausrufer und Büttel liefen glockenschwingend durch die Straßen und priesen die Qualität deutscher Pferde, weil ihnen die Züchter den Wams bezahlten. Und so bemerkte es niemand, als in den Fürstentümern und Königreichen rings herum alle von Pferden auf Fahrräder umstiegen, die ein findiger Tüftler aus Neu-England und ein geschäftstüchtiger Chinese aus Canton anboten – weil diese leise waren, nicht stanken und keine Rückstände hinterließen. Bis das Land eines Tages in seinem eigenen Mist versank.

Von Daniel Völpel

Ohne Worte…

Von: Daniel Völpel

Aus der Bildermachmaschine LXXIII

Wenn das mal kein Angebot ist: Ein Filet zum Lachen der Größe L für unter zehn Euro! Wessen Lage nach welcher Wahl hier allerdings noch zum Lachen ist, bleibt unklar….

Aus der Bildermachmaschine LXXII

Die Stuttgarter sitzen so gerne in ihrem tiefen Kessel mit ihrem noch tiefer gelegten Bahnhof, dass ihnen inzwischen sogar die Straßen zu weit oben erscheinen: Foto: Daniel Völpel

Aus der Bildermachmaschine LXXI

Endlich wieder mehr Platz auf dem Smartphone! Leider steht nicht dabei, wie viele Apps man in der Kiste speichern kann… Foto: Daniel Völpel

Zu kurz gedacht IV

Jetzt sogar schon im Drogeriemarkt: Die Islamoosierung des Abendlandes schreitet voran! Deshalb: Verbot für verschleiernde Verpackungen jetzt! Foto: Daniel Völpel

Aus der Bildermachmaschine LXX

Die Auswahl an coffeinhaltigen Getränken ist heutzutage beträchtlich. Frappérenderweise kommen hier gleich zwei neue hinzu: Ein Kaffee mit Wasser aus dem Loch Ness in Schottland? Für 2,20 Euro geradezu ein…

Unisex-BH

Einkauf bei C&A im Frühsommer 2016: Kundin: „Haben Sie auch Sport-BHs?“ Verkäuferin: „Für Männer oder für Frauen?“ Endlich ist die Gleichberechtigung auch in der Modebranche angekommen! (mv)

Neues Medikament gegen Intoleranz

Leverkusen (dcv) –  Immer mehr Menschen in Europa und den USA leiden unter der rätselhaften Rechts-Krankheit. Dank einer rasch fortschreitenden Degeneration des Gehirns merkt der Betroffene selbst in der Regel…